Gleichstellungsarbeit: Ist Gleichstellung nicht längst erreicht?


Frauen haben sich viele Rechte erkämpft. Unvorstellbar, dass Frauen z.B. nicht wählen und nicht studieren durften und keine freie Berufswahl hatten. Chancengleichheit ist aber immer noch keine Selbstverständlichkeit. In einigen Bereichen geraten bereits erreichte Fortschritte sogar wieder unter Druck. Gleichstellungsarbeit bleibt deshalb eine wichtige Aufgabe.

 Frauen verdienen noch immer weniger (Gender-Pay-Gap)

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 16 % weniger als Männer. Berücksichtigt man zusätzlich, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten oder ihre Erwerbstätigkeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige unterbrechen, beträgt der sogenannte Gender-Gap-Arbeitsmarkt sogar 37 %. Die Folgen reichen bis ins Rentenalter und erhöhen das Risiko von Altersarmut. (Statistisches Bundesamt)

Unbezahlte Sorgearbeit (Care-Arbeit) ist weiterhin ungleich verteilt

Kinder betreuen, Angehörige pflegen, den Haushalt organisieren; diese Aufgaben übernehmen nach wie vor überwiegend Frauen. Diese unbezahlte Arbeit ist unverzichtbar für unsere Gesellschaft, wird aber häufig nicht ausreichend wahrgenommen. Gleichzeitig erschwert sie vielen Frauen den beruflichen Aufstieg und eine eigenständige finanzielle Absicherung. (Statistisches Bundesamt)

Gewalt gegen Frauen bleibt ein großes gesellschaftliches Problem

Fast täglich wird in Deutschland eine Frau Opfer eines versuchten oder vollendeten Femizids (Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts). Häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und digitale Gewalt betreffen jedes Jahr hunderttausende Frauen. Prävention, Beratung und Schutz sind deshalb wichtige Aufgaben.

Frauen sind in Politik und Führung unterrepräsentiert

Ob in Parlamenten, Vorständen oder Führungspositionen, Frauen sind dort weiterhin deutlich seltener vertreten als Männer. Der Frauenanteil im Rat der Gemeinde Harsum beträgt beispielweise lediglich 24%. Gleichzeitig berichten viele politisch engagierte Frauen über Anfeindungen und Hass im Netz. Das erschwert gesellschaftliche Teilhabe und kann Menschen davon abhalten, Verantwortung zu übernehmen.

Gleichstellung stärkt unsere Demokratie

Gleichstellung bedeutet nicht, Frauen und Männer gleich zu machen. Es geht darum, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte und Chancen haben. Wenn Menschen ihre Fähigkeiten frei entfalten können und Vielfalt selbstverständlich ist, wächst auch der gesellschaftliche Zusammenhalt.

Deshalb bleibt Gleichstellungsarbeit wichtig. Sie macht Ungleichheiten sichtbar, informiert, vernetzt und entwickelt gemeinsam mit vielen Partnerinnen und Partnern Lösungen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Gleichstellung oder benötigen Sie Unterstützung bzw. persönliche Beratung, dann steht Ihnen gerne Simone Krause als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Harsum gern zur Verfügung.                 (Tel. 05127/405-119 oder per E-Mail: gleichstellung@harsum.de)