Maschplatz
Dieser große, zentral gelegene Dorfplatz soll nach Auffassung des Heimatforschers August Söding (*1888 †1973) einst die Gerichtsstätte (Thingplatz) des Dorfes oder sogar des Bannes Borsum gewesen sein. Zudem wird vermutet, dass sich hier die Keimzelle der heutigen Ortschaft Borsum befunden haben könnte.
Auch heute spielt der Platz eine wichtige Rolle im Dorfleben, denn seit Jahrzehnten finden hier die örtlichen Volks- und Schützenfeste statt.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es auf dem Platz noch zwei Teiche. An der Südwestecke befand sich bis in die 1950er Jahre der sogenannte Stutenteich. An der Ostseite, vor der heutigen Hausnummer 4, lag ein kleinerer Teich, der unter dem Namen Masche-Paul (Pfuhl) bekannt war. Dieser wurde um das Jahr 1900 beseitigt.
Bis zum Jahr 1857 befand sich an der Nordwestseite des Platzes die Dorfschäferei, die in einem siebenjährigen Rhythmus an einen Schafmeister verpachtet wurde. Das eindrucksvolle Fachwerkhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert ist noch erhalten, soll jedoch vom neuen Grundstückseigentümer in naher Zukunft abgerissen werden.
Um 1800 wohnte an der Nordseite des Platzes (heute Hausnummer 6) der Maurermeister Beyer, unter dessen Leitung die evangelische St.-Laurentius-Kirche in Hohenhameln errichtet wurde. Direkt links daneben befand sich einst die Gaststätte Langkopp.
Das Stationskreuz in der Platzmitte wurde im Jahr 1848 von Elisabeth Ernst (heutige Adresse: Maschplatz 2) errichtet. Es diente als vierte Station der ehemals nur in Borsum üblichen Josephs‑Prozession, die von der örtlichen Josephsbruderschaft alljährlich am zweiten Sonntag nach Ostern abgehalten wurde.
Der Platz diente der Dorfjugend früher als Spiel- und Bolzplatz. Zudem wurden hier in früheren Zeiten Landmaschinen gesegnet, militärische und vereinsmäßige Aufmärsche durchgeführt sowie die alljährlichen Bullen‑Körungen abgehalten.